COVIDiary: Theresa

„Sobald die Kindergarten wieder öffnen, werde ich wieder meine Karriere vorantreiben.“

April 2020

Ich heiße Theresa, bin 36, und komme aus Bamberg. Mein Leben wird durch die Pandemie einerseits entschleunigt. Ich bin jetzt wieder zuhause. Mutter, Hausfrau, obwohl meine Tochter Ava schon drei Jahre alt ist. Eigentlich wollte ich gerade wieder ins Berufsleben starten, ein Existenzgründer-Coaching anfangen – eigentlich! – das musste ich jetzt alles abblasen.

Ich habe manchmal Zweifel, ob mir die Corona-Pandemie die Zukunft versaut. Andererseits genieße ich es, wenig machen zu müssen – außer mein Kind zu betreuen. Eigentlich haben wir es noch ganz gut getroffen. Ich bin Biologin. Ich beherzige die Podcast-Sendungen des netten Herr Drosten. Ich fühle mich da relativ gut informiert. Ich habe keine Angst vor dem Virus, weil ich genau weiß, was ich machen muss und nicht machen muss. Ich denke, ich kann das als Biologin ganz gut einschätzen.

Jetzt, wo man sich wieder zu zweit treffen darf, ist dieser Lockdown einigermaßen zu ertragen. Aber davor, als Kontaktsperre zu jedem anderen Haushalt galt, da hab ich am meisten einfach die Freunde vermisst. Gerade wenn ich ein wenig eine depressive Phase habe, dann kann ich mich schlecht daraus selbst ablenken. Da tut’s mir gut, draußen bummeln zu gehen, Freunde treffen, ins Café hocken, Kaffee zu trinken. Das fehlte mir sehr. Man musste sich immer selber wieder hochziehen.

Bedenklich am Lockdown finde ich, dass die Grundrechte so sehr eingeschränkt worden sind. Klar, man muss abwägen, welche Maßnahmen sinnvoll sind und welche nicht. Ich hoffe nur nicht, dass das jetzt auf Dauer eingeschränkt sein wird. Positiv am Lockdown war, dass man so einen gewissen sozialen Stress nicht mehr hatte. Oft ist es so: Auweia die oder der befreundete Elternteil hat schon zweimal wegen Treffen mit Kindern gefragt. Man hat als Elternteil so seine Kinderfreunde. Das ist ja auch schön, aber manchmal ist es auch etwas viel und stressig. Sobald die Kindergarten wieder öffnen, werde ich wieder meine Karriere vorantreiben. Mein Freund arbeitet von zuhause. Da hoffe ich sogar, dass wir das beibehalten können.


English translation

„As soon as the kindergarten opens again, I will push things forward regarding my career.“

June 2020

My name is Theresa, I’m 36, and I come from Bamberg. On the one hand, my life is slowed down by the pandemic. I’m at home again. Mother, housewife, although my daughter Ava is already three years old. Intrinsically, I just wanted to start my professional life again, do a start-up coaching – actually! – but I had to cancel it all off now.

I sometimes have doubts whether the corona pandemic is messing up my future. On the other hand, I enjoy having to do little except looking after my child. For that matter, we got it pretty well. I am a biologist. I take the podcasts german virologist Christian Drosten to heart. I feel relatively well informed. I’m not afraid of the virus because I know exactly what I have to do and what I don’t have to do. I think I can assess that very well as a biologist.

Now that you can meet again in pairs, this lockdown is bearable. But before that, when I was blocked from contact with any other household, the thing I missed most was my friends. Especially when I have a little depressive phase, I can hardly distract myself from it. It’s good for me to ramble about the city, meet friends, crouch in a café, have coffee. I missed that very much. You always had to pull yourself up.

Concerning the lockdown, I think that fundamental rights have been restricted so much. Sure, you have to balance which measures make sense and which don’t. I just don’t hope that life will be so restricted in the long run. The positive thing about the lockdown was that you no longer had a certain amount of social stress. It is often like this: Oh Dear! A parent has asked again about meeting with kids. As a parent you have your parental friends. It’s nice, too, but sometimes it can be a bit stressful. As soon as the kindergarten opens again, I will push things forward regarding my career. My friend works from home. I even hope that we can keep it that way.