Renewables (2016-*)

Feldheim
So kann sie aussehen, die dezentrale Energiewende: Das brandenburgischen Feldheim, Potsdam-Mittelmark, ist auf keinen Strom von außerhalb angewiesen – und das schon seit Jahren. Die Feldheimer produzieren Strom aus Wind, Sonne, Bioenergie und speichern ihn mittels Kraft-Wärme-Kopplung. Den Überschuss verkaufen sie. Es ist der erste Ort in Deutschland, der vollständige Energieautarkie erreicht hatte. (Feldheim in Brandenburg, Potsdam-Mittelmark, does not depend on outside electricity anymore. Feldheim citizens produce electricity from wind, sun, bioenergy and use new storage systems. They sell the surplus. It is the first place in Germany that had achieved full energy self-sufficiency.)
Feldheim
Unendlich viel Wind: Die Feldheimer betreiben aktuell 55 Windanlagen, die eine installierte Leistung von 122,6 Megawatt (MW) ausweisen. Damit können rund 33.600 Durchschnittshaushalte in Deutschland pro Jahr versorgt werden. (An endless amount of wind: Feldheim citizens currently operate 55 wind turbines with an installed capacity of 122.6 megawatts (MW). Thus, around 33,600 average german households can be supplied each year.)
Landwirt- und Energiewirtschaft vis-à-vis: Zwischen Sieversdorf, Jakobsdorf und Petersdorf im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree steht ein Windpark, der mit 32 Anlagen ganze 92 MW produziert. Unter Einbeziehung der durchschnittlichen Windgeschwindigkeit in der Gegend können vom Energieertrag bis zu 21.300 Haushalte jedes Jahr versorgt werden. (Farmer and energy industry vis-à-vis: Between Sieversdorf, Jakobsdorf and Petersdorf in the Oder-Spree district of Brandenburg, there is a wind farm with 32 turbines producing a total of 92 MW. Including the average wind speed in the area, energy yields can supply up to 21,300 average german households each year.)
Renewables
Ein Veteram im onshore- und offshore-Windparkbau: Construction Site Manager Andre Klebe abends an seinem Schreibtisch in einem Baustellencontainer, Landkreis Oder-Spree, Brandenburg. Er koordiniert alle Teams der Baustelle, um einen bestehenden Windpark mit leistungsstärkeren Turbinen zu erweitern. (A veteran in onshore and offshore wind farm construction: construction site manager Andre Klebe in the evening at his desk in a construction site container, administrative district Oder-Spree, Brandenburg. He coordinates all teams on the construction site to expand an existing wind farm with more powerful turbines.)
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Windpark Dubener Platte: Zwischen Luckau und Lübben im brandenburgischen Dahme-Spreewald wird Windstrom für bis zu 16.500 Haushalte gewonnen. (Wind farm Dubener Platte: Between Luckau and Lübben in Dahme-Spreewald in Brandenburg, wind power is generated for up to 16,500 households.)
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Die mit Abstand größte Ansammlung von Windrädern onshore findet sich in Sachsen-Anhalt an der A9: Im Burgenlandkreis stehen gegenwärtig 230 Turbinen. (By far the largest collection of onshore wind turbines in Germany can be found in Saxony-Anhalt on the A9: There are currently 230 turbines in the Burgenlandkreis.)
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Windräder, so weit das Auge reicht: Der Park Stößen-Teuchern im Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt, ist mit 81 Rädern der gegenwärtig größte Onshore-Windpark Deutschlands. (Wind turbines, as far as the eye can see: The area Stößen-Teuchern in Burgenlandkreis, Saxony-Anhalt, is currently largest onshore wind farm with 81 wheels.)
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Windräder am Horizont: Die Abendsonne hebt einen benachbarten Windpark nordwestlich von Stößen-Teuchert, Sachsen-Anhalt, hervor. (Wind turbines on the horizon: the evening sun highlights a neighboring wind farm northwest of Stößen-Teuchert, Saxony-Anhalt.)
Renewables
Transport von Windradkomponenten, Autobahnraststätte an der A9, Sachsen-Anhalt. (Transport of wind turbine components, Autobahnraststätte on the A9, Saxony-Anhalt.)
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Zerborstene Aussichtsplattform: Der ehemalige Truppenübungsplatz Heidehof ist heute ein schwer zugängliches Wildnisgebiet, in dem Wölfe leben, 10 Kilometer östlich von Jüterbog, Teltow-Fläming, Brandenburg. (Destroyed observation point: The former military training ground Heidehof is today a wilderness area, 10 kilometers east of Jüterbog, Teltow-Fläming, Brandenburg.)
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Völlig renaturiert: Auf dem früheren Militärgelände Heidehof stehen heute 47 Mittel- und Starkwindturbinen, die einen Energieertrag produzieren, der 15.605 Durchschnittshaushalte versorgen kann. (Completely renatured: 47 wind turbines are currently standing on the former military site Heidehof, which produce an energy yield that can supply 15,605 average households.)
Renewables
Montage von Windradkomponenten, Landkreis Oder-Spree, Brandenburg. (Installation of wind turbine components, Oder-Spree district, Brandenburg.)
Renewables
Innenansicht eines Windrades, Brandenburg. (Interior view of a wind turbine, Brandenburg.)
Feldheim
Außenansicht eines Windrades, Brandenburg. (Exterior view of a wind turbine, Brandenburg.)
Sonnenaufgang in Teltow-Fläming, Brandenburg. (Sunrise in Teltow-Fläming, Brandenburg.)

 

Kapitelwechsel


 

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Auf einem ehemaligen Militärflugplatz im brandenburgischen Neuhardenberg, Märkisch-Oderland, sind Solaranlagen im Umfang von 145 MW Leistung installiert. Unter Idealbedingungen werden 169 Mio. Kilowattstunden pro Jahr gewonnen, die rund 53.000 durchschnittliche Haushalte versorgen können. Zur Eröffnung 2012 zählte das Solarfeld zu den leistungsstärksten der Welt. (On a former military airfield in the Neuhardenberg, Märkisch-Oderland, Brandenburg, solar plants with a capacity of 145 MW are installed. Under ideal conditions, 169 million kilowatt hours per year are generated. Enough to supply around 53,000 average german households. At the opening in 2012, the solar field was one of the most powerful in the world.)
Solarpark auf rekultivierter Mülldeponie: An der B176 zwischen Seelow und Gusow in Märkisch-Oderland, Brandenburg, wurde ein ehemaliger Abfallberg zum Photovoltaik-Hügel umfunktioniert. Die unter optimalen Bedingungen jährlich gewonnen 3,5 Mio. Kilowattstunden können 1.095 Haushalte mit Strom speisen. (Solar park on recultivated landfill: On the B176 between Seelow and Gusow in Märkisch-Oderland, Brandenburg, a former waste mountain was converted into a photovoltaic hill. The 3.5 million kilowatt hours gained annually under optimal conditions can supply 1,095 average german households with electricity.)
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Genossenschaftlicher Bürgersolarpark: Die Gemeinde Oberhaid im Landkreis Bamberg, Bayern, hat zusammengelegt, um selbst Strom herzustellen. Unter idealen Bedingungen verpflegt das Solarfeld den Strombedarf von 580 Durchschnittshaushalten – also rund einem Drittel aller Oberhaider Haushalte. (Cooperative community solar park: The municipality Oberhaid in the district of Bamberg, Bavaria, has merged private assets to produce electricity itself. Under ideal conditions, the solar field feeds the electricity needs of 580 average german households – around one third of all Oberhaider households.)
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Zu Füßen des Reiterhofs Gut Leimershof, Landkreis Bamberg, Bayern, liegt ein Solarfeld, das unter idealen Bedingungen 13,4 Mio. Kilowattstunden jährlich dank der Sonne produziert. Damit können zirka 4.150 Haushalte versorgt werden. Das Solarfeld spart im Optimalfall 6.550 Tonnen CO2-Emissionen jedes Jahr ein, die bei der Stromgewinnung in gleicher Höhe aus nicht-regenerativen Quellen entstanden wäre. (Next to equestrian farm Gut Leimershof in district of Bamberg, Bavaria, lies a solar field that produces 13.4 million kilowatt hours annually under ideal conditions. It can supply about 4,150 average german households. The solar field optimally saves 6,550 tons of CO2 emissions each year, which would have been generated by conventional non-renewable electricity at this amount.)

Netzausbau

Renewables

Renewables

Renewables
Protest gegen Stromtrassenausbau, Coburg, Bayern.

 

Renewables

 

 


WORK IN PROGRESS


Energieerzeugung aus regenerativen Quellen hat seit den früheren 2000er Jahren Priorität in der Europäischen Union (EU). Eine in der Umsetzung den Mitgliedstaaten zeitlich überlassene EU-Richtlinie legt dabei fest bis 2020 den Stromverbrauch in Europa zu einem Fünftel aus Erneuerbaren Energien (EE) zu decken. Für die Erreichung dieses indikativen Ziels packen die EU-Mitglieder in unterschiedlichem Maße an (Jacobs 2012).

Die Bundesrepublik weist für das zurückliegende Jahr bereits einen EE-Anteil von 35 Prozent an der gesamten eigenstaatlichen Stromherstellung aus. Das liegt zum einen an der geographisch günstigen Beschaffenheit im Gegensatz zu kleineren Ländern, zum anderen wird mit Überschüssen Handel betrieben. Wie auch immer, die Transition hin zu erneuerbaren, nicht-fossilen Energiequellen ist in Deutschland ein seit 2011 fixiertes politisches Großprojekt – bekannt als die Energiewende. Gesetzliche Grundlagen für den EE-Ausbau wurden allerdings viel früher eingeführt. In Gänze hält die Mehrheit der Bevölkerung die Energiewende für „richtig“, doch viele Menschen begegnen dem Thema auch mit Skepsis (BMUB 2015: 56).

Der nachfolgende Foto-Essay zerlegt dieses Thema in drei wesentliche visuelle Aspekte: die Veränderung im Landschaftsbild, lokale energiepolitische Konflikte sowie die durch die ökologische Modernisierung geschaffene Arbeitswelt (Becker et al. 2014: 16-22, Hildebrand 2013: 668). Ziel der Arbeit ist es die Umstrukturierung der Elektrizitätswirtschaft und ihre Wechselwirkung mit anderen gesellschaftlichen Teilbereichen besser zu verstehen.

 

 

Literatur:

• Becker, S. et al. (2014):  Die Analyse lokaler energiepolitischer Konflikte und das Entstehen neuer Organisationsformen. EnerLOG Working Paper No. 1, Potsdam: ZAB. Online abrufbar unter: https://www.zab-energie.de/de/system/files/media-downloads/EnerLOG%20Working%20Paper%201-7941.pdf [zuletzt abgerufen: 20.10.2016].

• Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, BMUB (2015): Naturbewusstsein 2015. Bevölkerungsumfrage zu Natur und biologischer Vielfalt. Berlin/Bonn: BMUB. Online abrufbar unter: https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/gesellschaft/Dokumente/Naturbewusstseinsstudie2015.pdf [zuletzt abgerufen: 20.10.2016].

• Hildebrand, R. (2013):  Climate protection, energy security, and Germany’s policy of
ecological modernisation. In: Environmental Politics, 22 (4): 664–682.

• Jacobs, D. (2012): Renewable Energy Policy Convergence in the EU: The Evolution of Feed-In Tariffs in Germany, Spain, and France. Farnham/Burlington: Ashgate.